So...
Nachdem sich die Lady mit mir hingesetzt hat und mir diesen schicken Blog kreiert hat (1000 Dank!), werde ich in Zukunft zusehen, dass ich regelmäßig den aktuellen Stand meiner Arbeit poste.
Außerdem wirds hier einiges an MakingOf Material und ´Hinter den Kulissen´ Stuff geben.

Da sich in den letzten Jahren in dieser Richtung schon einiges angesammelt hat, werde ich zwischendurch auch immer wieder mal älteres Material raushaun damit das hier am Ende ein nettes Gesamtbild ergibt.

In diesem Sinne starte ich mal mit dem ersten Shooting zur ´Renter2045` Serie.
Das Ganze hat im Sommer 2010 stattgefunden und war die Idee von meinem damaligen Photo-Prof. An dieser Stelle mal nette Grüße an Herrn Lindemann :) Umgesetzt werden sollte, mittels dreier inszenierter Bilder, wie wir das Dasein als Rentner im Jahre 2045 sehen.
Ich mich also pünklich, kurz vor Ende des Semesters, hingesetzt und drei Schreckens-Szenarien entwickelt, für die ich dann auch gleich mal ein paar schicke Skizzen gebastelt habe.




Als das Konzept soweit stand, wars dann an der Zeit, ein Team zusammenzustellen und Sponsoren aufzutreiben, die mich mit Affenkostüm usw versorgen. An dieser Stelle mal ein fettes Merci an meine Mum für ihre Unterstützung, Mr. Max, der für mich den Affen gemacht hat, und an den Zauberladen in Nürnberg, der mich was Affenkostüme angeht perfekt beraten und unterstützt hat. Als Darsteller hatte ich Edgar M. Böhlke  bekommen, was mich persönlich sehr gefreut hat, vor allem weil die Zusammenarbeit mit ihm wirklich Spaß gemacht hat.

Als Team, Requisiten, usw. dann standen, musste ich nur noch einen Zirkus auftreiben der mir erlaubt nen Menschen in einen ihrer Käfige zu sperren. Als ich dann einige Zirken (nach längerer Diskussion mit einem der Zirkusmitarbeiter bestand er darauf, dass die Mehrzahl von Zirkus, Zirken ist.) begutachtet hatte und auch eine Zusage bei einem der eher unfreundlicheren hatte, bin ich einen Tag vorm Shooting über den Zirkus Central gestolpert. Super nette Leute, extrem stressfrei und zuvorkommend, ich also alles umgeschmissen und das Shooting in den Zirkus Central verlegt. Was im Nachhinein ne super Entscheidung war.

Wir also bei 35° in den Zirkus gesteppt und alles aufgebaut. Als Käfig wurde uns das eigentliche Lama-Gehege zur Verfügung gestellt, weswegen die Lamas leider umziehen mussten. Edgar wurde mit einem schicken Lappen als Bekleidung versorgt und Max hat sich bei blauem Himmel und ner Höllen-Hitze ins Affenkostüm gequetscht und weils so lustig war durfte er dann immer noch Klamotten drüberziehen und ein Kind spazieren tragen. :)







Als Kind ist spontan eines der Zirkus Kinder eingesprungen. Der war so ca. 9 und eigentlich die ganze Zeit auf nem 50PS Roller unterwegs.
Nachdem uns dann immer wieder das Kamel ins Bild gelatscht ist, haben wir beschlossen die Bilder mit Kamel als erstes zu machen... wobei keinem klar war, wie das Kamel auf die zähnefletschende Affenmaske reagieren würde. Nachdem sich Max, das Kamel und die Maske dann ein bischen angefreundet haben, gings dann aber ganz gut.
Max ist dann auf jeden Fall fleißg von einer Affenrolle in die nächste geschlüpft und hat von Affenmutter bis Affenopa alles mit Bravour gemeistert. In dem Stil sind wir dann auch super durchgekommen und nach 6 Stunden Shooting haben wir eingepackt, uns verabschiedet, Edgar zum Bahnhof gebracht... und auf dem Rückweg festgestellt, dass die Speicherkarte hin ist und somit alle Bilder des Shootings futsch!!!!

Ich also in Panik verfallen und die halbe Nacht probiert, die Bilder zu retten... was nicht geklappt hat. Was dazu geführt hat, dass ich beschlossen habe, dass wir das Shooting am folgenden Tag wiederholen müssen. Was Max mit seinen hitzschlagnahen Erfahrungen nicht wirklich gut aufgenommen hat...
Aber er war am nächsten Tag super früh am Start und ist mit mir zum Zirkus getingelt, wo wir ganz lieb angefagt haben, ob wir evtl. nochmal den kompletten Tagesrhythmus auf den Kopf stellen dürfen.
Wie gesagt, super nice Leute da. War kein Problem!
Wir also wieder aufgebaut. Lamas wurden in ihren Notfallstall gebracht. Das Kamel wurde ausgepackt. Der Junge ist von seinem Roller gestiegen. Nur Edgar war leider schon nach Hause gefahren. Für den dann aber, nach kurzem Überreden, der Zirkusclown eingesprungen ist. (wie gesagt, extrem stressfrei)







Und um alles zu krönen hat das Wetter sogar mitgespielt. Gab zwar ein paar Wolken, aber hatte immernoch 35°, was Max nicht wirklich cool fand.
Wir sind also so am shooten, diesmal mit Festplatten Backup, alles läuft super und dann...

Jetzt muss man erwähnen, dass Lamas echt schicke Augen haben, nur beobachten sie einen mit denen die ganze Zeit auf ne Art und Weise, dass man sich nicht sicher sein kann, was sie aushecken. Und offensichtlich waren die Lamas, was den zweiten Shootingtag angeht, nicht der gleichen Meinung  wie der Zirkusdirektor.
Also haben die Lamas beschossen, wo sie grade die Gelegenheit haben zwecks niedrigerem Zaun, aus ihrem Gehege zu springen und auf den angrenzenden Feldern weiter zu grasen.

Der Junge also auf seinen Roller und den Lamas hinterher. Die Lamas daraufhin im Galopp (heißt das so bei Lamas??) quer über alle Felder und durch alle Bewässerungsanlagen. Wir stehn da und schauen zu, wie die halbe Zirkusbelegschaft Lamas fangen geht, und kommen nach kurzem Nachdenken zu der Erkenntniss, dass wir da nicht so ganz unschuldig dran sind. Also Cam weg und Lamas fangen gehen.
Also sprinten wir so über die Felder und probieren die Lamas einzukreisen, was nicht wirklich geklappt hat, weil die erstens schnell sind und zweitens Haken schlagen. Dafür sind sie krasse Schisser. Das heißt, wenn was im Weg steht, ändern sie die Richtung. Jetzt ist es nur eine gewisse Herausforderung, wenn so ein Lama mit fullspeed auf einen zu kommt, stehen zu bleiben. Vorallem weil die erst relativ kurz vor dem Aufprall beschließen, dass die doch evtl woanders lang rennen sollten.
Das gute ist, wenn man mal ein Lama hat, kommt das andere von alleine, weil der Herdentrieb bei denen recht ausgeprägt ist. Was leider nicht heißt, dass sie nicht wieder abhauen können.
Nach 2 - 3 weiteren Fluchtversuchen, Kurzstrecken-Sprints durch knöcheltiefen, nassen Acker, und mehreren Duschen unter der Feldbewässerungsanlage waren die Lamas dann überzeugt, dass Abhauen irgendwie zu stressig ist und wir konnten das Shooting beenden.

Rausgekommen sind einige lustige Bilder, die ich zu einem Bild vereint habe.




Nach dem Feinschliff und der Farbkorrektur war dann das erste Bild der Renter2045 Serie fertig!